Die heiße Phase des Aufbaus für das Internationale 64. ADAC Motocross Aichwald hat begonnen – am kommenden Wochenende sind mehr als 600 Helfer im Einsatz.
Manche nehmen sich Urlaub, andere machen einzelne Tage frei. Ohne das ehrenamtliche Engagement der Mitglieder des Motorsportclubs (MSC) „Eiserne Hand“ Aichwald wäre ein Event wie das Internationale 64. ADAC Motocross Aichwald auch nicht zu stemmen. Derzeit läuft der Aufbau für das sportliche Spektakel, das am nächsten Wochenende vom 10. bis zum 12. Juli auf dem Gelände zwischen den Aichwalder Ortsteilen Aichschieß und Schanbach über die Bühne gehen wird, auf Hochtouren.
Während am nächsten Freitagabend ab 20 Uhr im Festzelt zum Auftakt gemeinsam mit der Stuttgarter Partyband VIP’s kräftig gefeiert wird, stehen der Samstag und der Sonntag ganz im Zeichen des Motorsports: An diesen beiden Tagen beginnen jeweils um 8:30 Uhr die Trainings- und Qualifikationsläufe und um 13 Uhr starten die Rennläufe.
In sechs Klassen werden jeweils die Deutschen Meisterschaften ausgetragen. Am Samstagabend wird dann im Festzelt noch einmal ab 20 Uhr gemeinsam gefeiert und zwar mit dem Hofbräu Regiment. Während der Eintritt ins Festzelt jeweils frei ist, kostet der Eintritt für das Motocross am Samstag 15 Euro und am Sonntag 20 Euro. Das Wochenendticket kostet 28 Euro, wobei Jugendliche bis einschließlich 15 Jahre an beiden Tagen freien Eintritt haben.
Erwartet werden in diesem Jahr zu den Deutschen Meisterschaften in Aichwald mehr als 280 Motocross-Sportlerinnen und Sportler, vor allem aus Deutschland, aber auch aus anderen europäischen Ländern – darunter die sechsfache Weltmeisterin Kiara Fontanesi aus Italien, die als erfolgreichste Frau im Motocross gilt. Ob Lokalmatador Max Nagl vom MSC an den Start gehen wird, ist derzeit noch offen. Laut Jochen Beck vom Vorstandsteam des MSC hat sich Nagl vor drei Wochen bei einem Sturz verletzt. Ganz sicher starten wird am kommenden Wochenende der MSC-Nachwuchsfahrer Valentin Kees.
Doch bis dahin haben die Mitglieder und Helfer des Motorsportclubs noch eine Menge Arbeit vor sich. Immerhin erwartet der Verein am kommenden Wochenende mehr als 25.000 Motorsportfreunde auf dem Gelände. Zwar hatten die Helfer bis zum gestrigen Sonntag fast alle Verpflegungsstände und Einlasshäuschen, einschließlich des Festzelts aufgebaut, doch der Feinschliff muss diese Woche erfolgen. „Was wir in so kurzer Zeit aus einer Schafweide zaubern, ist schon etwas ganz Besonderes“, lobt Manuel Dorn, der Vorsitzende des MSC, sein Team. Selbst vor einer Woche, als es so richtig heiß war, waren genügend Helfer vor Ort, um das Festzelt aufzustellen. „Wir hatten ja befürchtet, dass die Hitze viele abschrecken könnte“, sagt Beck, doch sei das nicht der Fall gewesen.
Normalerweise wird das Gelände das Jahr über landwirtschaftlich genutzt. Nur im Sommer verwandelt es sich innerhalb weniger Wochen zu einer Motocross-Arena und anschließend wieder zurück zur Weide. „Die natürliche Modellierung der Strecke bleibt aber das ganze Jahr über erhalten, auch die Hügel für die Sprünge“, sagt Martin Rommelspacher, der zweite Vorsitzende des MSC. Auch das ist eine Besonderheit der Aichwalder Veranstaltung. Nach dem Stellenwert im Reigen ähnlicher Motocross-Veranstaltungen gefragt, braucht Manuel Dorn nicht lange zu überlegen und verweist auf eine Umfrage, die eine führende Fachzeitschrift vor einiger Zeit veröffentlicht hat. Das Ergebnis: Für Deutschland wurden zwei Veranstaltungen besonders hervorgehoben. „Eine davon war die hier in Aichwald“, sagt Dorn, was nicht zuletzt auch am Flair und an der guten Organisation liege.
Auch wenn der einmal im Jahr für das Aichwalder Motocross genutzte Parcours das ganze Jahr über erhalten bleibt, so muss zur Sicherheit der Fahrerinnen und Fahrer sowie des Publikums alles jedes Mal aufs Neue abgesichert werden. So wurden in den vergangenen drei Wochen beispielsweise entlang der Strecke auf einer Gesamtlänge von mehr als zwei Kilometern doppelte Fangzäune aufgebaut und zusätzlich ein Absperrzaun für die Zuschauer und Fotografen. Darüber hinaus musste das Gesamtgelände mit einem fast 3,5 Kilometer langen Bauzaun eingezäunt werden.
Wenn am nächsten Wochenende die Rennen gestartet werden, sind mehr als 600 ehrenamtliche Helfer im Einsatz. „Und nicht alle sind in unserem Verein“, sagt Beck. Eine der wichtigsten Aufgaben haben die rund 60 Streckenposten, die die Rennen an den beiden Tagen absichern. Viele von ihnen wurden dafür extra ausgebildet und sind jedes Jahr im Einsatz. Sie müssen beispielsweise die nachfolgenden Fahrer warnen, wenn es irgendwo einen Unfall gegeben hat. „Ohne diese Helfer könnten die Rennen erst gar nicht gestartet werden“, sagt Rommelspacher. Das gleiche gelte für das Sanitätspersonal und die drei Rennärzte.
Auf die Frage, ob die viele Arbeit das Ehrenamt nicht überfordere, schüttelt Rommelspacher den Kopf. „Es macht einfach Laune, wenn wir gemeinsam etwas unternehmen und aufbauen“, sagt er und verweist auf den Idealismus der vielen Helferinnen und Helfer.
Text und Foto: Andreas Kaier/Esslinger Zeitung
