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19. Juni 2026

Seitenwagen und Quads kehren zurück

Bei der 64. Auflage des Motocross Aichwald stehen sechs Klassen am Start. MSC-Fahrer Valentin Kees zählt in der DM 250 zu den Favoriten, hinter Max Nagls Einsatz steht ein Fragezeichen.

Das Motocross Aichwald bietet bei seiner 64. Auflage ein besonders vielseitiges Programm. Am Samstag und Sonntag, 11. und 12. Juli, stehen auf der Traditionsstrecke „In den Horben“ sechs Klassen am Startgatter – darunter erstmals seit 2019 wieder die Seitenwagen sowie die Quads, die 23 Jahre nach ihrem bislang einzigen Auftritt in Aichwald zurückkehren.

Die Vierrad-Spezialisten versprechen packende Zweikämpfe und spektakuläre Drifts. Schon in den vergangenen Jahren gehörten die übrigen Klassen zum Rennprogramm: die DM Open, die Junioren der DM 250, in der der ausrichtende MSC Aichwald in Valentin Kees ein heißes Eisen im Feuer hat, die Jugendklasse bis 125 Kubikzentimeter sowie die Frauenklasse, die mittlerweile fester Bestandteil der Veranstaltung auf dem Schurwald ist.

In der Open-Klasse, in der Motorräder bis 450 Kubikzentimeter eingesetzt werden dürfen, nimmt Max Thunecke einen weiteren Anlauf auf den DM-Titel. In der Vorsaison hatte der 22-jährige Magdeburger (Johannes-Bikes Suzuki) den Titelkampf erst im letzten Rennen gegen Toni Hoffmann verloren – denkbar knapp mit einem Punkt Rückstand. Aktuell führt Thunecke das Klassement an, nachdem er bei der jüngsten Veranstaltung in Bergen auf Rügen den Tagessieg eingefahren hat.

Dicht auf den Fersen ist ihm Paul Haberland (MX Academy Honda). Der Supercross-Spezialist stand unter anderem bereits in der indischen Liga sowie beim größten Indoor-Event Europas in Paris am Startgatter. Der Dritte der Rangliste, Peter König (KTM GST Berlin), hat ebenfalls einen steilen Aufstieg hinter sich. Der 250er-Meister aus dem Jahr 2024 hat bereits WM-Punkte gesammelt und in der vergangenen Saison seinen ersten Laufsieg in der DM Open gefeiert.

Ein gern gesehener Gaststarter in Aichwald ist Max Nagl. Ob der 38 Jahre alte Oberbayer vom Dörr Motorsport Triumph Racing Team bei der 64. Auflage fahren kann, ist allerdings offen. Nagl, seit vielen Jahren Clubmitglied im MSC, war am vergangenen Wochenende bei der Masters-Veranstaltung in Tensfeld mit einem vor ihm gestürzten Konkurrenten kollidiert und hatte sich dabei verletzt. Nach der Erstversorgung in Neumünster stehen in seiner belgischen Wahlheimat weitere Untersuchungen an. Wann Nagl wieder ins Renngeschehen eingreifen kann, ist offen. An einem Besuch in Aichwald ließ er in einer persönlichen Nachricht an den MSC-Vorsitzenden Manuel Dorn aber keinen Zweifel – selbst wenn es nur zum Schwenken der Zielflagge reichen sollte.

Was Nagl bei den Männern an Erfolgen und Erfahrung verkörpert, ist Larissa Papenmeier (SYE Racing Team 423 Honda) in der Frauenszene. Die 36-jährige Ostwestfälin hat die Frauenklasse national und international über zwei Jahrzehnte hinweg geprägt. Ende Mai absolvierte sie in Teutschenthal ihren 100. und vermeintlich letzten Grand Prix, verabschiedete sich mit einem weiteren Top-Ten-Ergebnis emotional von den Fans am „Hang der Nationen“ – und führt in der DM-Wertung weiterhin unangefochten.

Meist gewinnt Papenmeier die Rennen oder sieht als Zweite die Zielflagge, nur in Tensfeld verpasste sie als Vierte das Podium. Um den zweiten Meisterschaftsrang kämpfen die Niederländerin Amber Simons (Triumph), die in dieser Saison erstmals in der DM in Erscheinung getreten ist, und Alexandra Massury (RCK Racing Team KTM). Die Bayerin sicherte sich 2024 den DM-Titel und wurde 2022 Europameisterin in der 125-Kubikzentimeter-Klasse.

In der Juniorenklasse der DM 250 schickt der ausrichtende MSC in Valentin Kees (Kosak Racing Team KTM) einen Favoriten ins Rennen. Der Oberbayer hat sich Ende vergangenen Jahres dem Schurwaldclub angeschlossen und will in Aichwald seine Erfolgsserie fortsetzen. Alle vier Läufe, die er dort in den vergangenen beiden Jahren bestritten hat, gewann er.

Im Meisterschaftskampf spielt Kees allerdings keine entscheidende Rolle, da er nur sporadisch in der DM 250 antritt. Ansonsten ist er im ADAC MX Youngster Cup und bei ausgewählten WM-Rennen im Einsatz. Punkte sammelte er in dieser Saison bereits beim Italien-GP und in Teutschenthal. Eng geht es an der Tabellenspitze der DM 250 zu. Linus Jung (Sarholz Racing Team Husqvarna), 125er-Meister aus dem Jahr 2023, führt knapp vor Fritz Greiner (Falcon Motorsports KTM) und Ben-Lukas Bremser.

Bei den Seitenwagen hat sich zur Saisonhälfte ein Favorit herauskristallisiert. Adrian Peter und sein Beifahrer Julian Zimmermann haben sich bereits etwas von ihren Verfolgern abgesetzt. In jedem Lauf stand das Gespann bislang auf dem Podium. Peter war mit verschiedenen Co-Piloten bereits viermal Deutscher Vizemeister – in Aichwald könnte er sich nun zum Champion küren lassen. Nach der kurzfristigen Absage des Saisonfinales ist Aichwald der letzte Tourstopp, zuvor stehen noch die Rennen in Dolle und Schwedt an.

Auf Rang zwei liegen Leon Hoffmann und Leon Freygang, die ebenfalls konstant unterwegs sind. Um den Anschluss kämpft das Duo Patrick Hengster und Justin Blume. Blume ist seit seinem Titelgewinn mit dem Esslinger Tobias Blank im Jahr 2024 Mitglied im MSC. Auch zwei MSC-Routiniers, die ihre Helme eigentlich schon an den Nagel gehängt hatten, wollen sich die besondere Atmosphäre beim Heimrennen nicht entgehen lassen: Marcel Faustmann, zweifacher deutscher Vizemeister, trainiert wieder fleißig und sucht noch einen geeigneten Beifahrer. Ein solcher ist Michael Klooz, der bereits bei Tobias Blank im Boot stand. Er wird in Aichwald mit Tobias Garhammer starten.

In der Quad-Klasse hat sich Jordi Niclas Gieler den Platz an der Spitze erkämpft. Der Yamaha-Pilot wurde in neun von zehn Rennen mindestens Zweiter. Nur den zweiten Lauf im schwäbischen Schnaitheim musste er krankheitsbedingt auslassen. Hinter ihm folgt das Brüderpaar Stiller: Matteo liegt vor Luca, beide starten ebenfalls auf Yamaha.

Bei den Junioren der 125-Kubikzentimeter-Klasse stehen die erwarteten Namen vorn. Tim Schröter (KTM GST Berlin) führt vor seinem Teamkollegen Finn Lange, Max Meyer (Meyer Racing Yamaha) liegt in Schlagdistanz. Alle drei hatten bereits in der vergangenen Saison regelmäßig um Podiumsplätze gekämpft.

Der Zeitplan sieht am Rennsamstag die Junioren der DM 250 um Valentin Kees vor, außerdem gehen die Quads und die Seitenwagen an den Start. Am Sonntag eröffnet die 125-Kubikzentimeter-Jugendklasse das Rennprogramm, gefolgt von der Frauenklasse. Die Open-Klasse bildet den Höhepunkt und Abschluss des Rennwochenendes.